Aktuell Hier wird notiert, was gerade so passiert - mich aktuell beschäftigt.

Die Freiheit der Gedanken

Die Freiheit der Rede

 

Die politische Forderung aus der Vergangenheit nach Gedankenfreiheit muss heute zu einer Forderung nach Redefreiheit werden. Die Redefreiheit ist weiterhin nicht vollständig gewährleistet; schon gar nicht weltweit.

Die Idee des historischen Textes - Die Gedanken sind frei -  muss neu formuliert werden zu der Forderung -

Unser Reden ist frei.

Ein Versuch des ersten Verses steht rechts; Verbesserungen und weitere Verse sind gewünscht.

 

 

Die Gedanken sind frei

 

1. Die Gedanken sind frei,

wer kann sie erraten,

sie fliehen vorbei

wie nächtliche Schatten.

Kein Mensch kann sie wissen,

kein Jäger erschießen,

es bleibet dabei:

die Gedanken sind frei.

 

2. Ich denke, was ich will,

und was mich beglücket,

doch alles in der Still,

und wie es sich schicket.

Mein Wunsch und Begehren

kann niemand verwehren,

es bleibet dabei:

die Gedanken sind frei.

 

3. Ich liebe den Wein,

mein Mädchen vor allen,

sie tut mir allein

am besten gefallen.

Ich bin nicht alleine

bei meinem Glas Weine,

mein Mädchen dabei:

die Gedanken sind frei.

 

4. Und sperrt man mich ein

im finsteren Kerker,

das alles sind rein

vergebliche Werke;

denn meine Gedanken

zerreißen die Schranken

und Mauern entzwei:

die Gedanken sind frei.

 

5. Drum will ich auf immer

den Sorgen entsagen

und will mich auch nimmer

mit Grillen mehr plagen.

Man kann ja im Herzen

stets lachen und scherzen

und denken dabei:

die Gedanken sind frei.

 

 

 

 

 

 

Unser Reden ist frei

 

1. Unser Reden ist frei,

ein jeder mag sprechen,

am Unrecht vorbei,

ein Recht nicht brechen.

Jeder Mensch soll es lieben,

kein Herrscher verbieten,

es bleibet dabei:

unser Reden ist frei.

 

2. ?????????????

Und wenn man sich exemplarisch vor Augen führen will, wie es um die Redefreiheit heute bestellt ist, empfiehlt sich nachstehend abgebildetes Buch. Es enthält eine Fülle an Dramen um die Freiheit der Rede!

 

 

Historische und politische Bedeutung

 

Immer wieder war das Lied in Zeiten politischer Unterdrückung oder Gefährdung Ausdruck für die Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit.

 

Einer der erschütterndsten Sätze der Weltliteratur ist die Bitte des Marquis von Posa an König Philipp II. von Spanien in Schillers Don Carlos: „Geben Sie Gedankenfreiheit.“

 

Die beiden Sätze davor lauten: „Gehen Sie Europens Königen voran. Ein Federzug von dieser Hand, und neu erschaffen wird die Erde.“ Was für eine Welt war das, in der eine solche Bitte entstehen konnte?

 

Offenbar war der Druck, den die absoluten Herrscher in Europa auf ihre Untertanen ausübten, so stark, dass diese sich selbst in ihren Gedanken nicht frei fühlten.

 

Sofort fällt einem die Orwellsche „Gedankenpolizei“ aus „1984“ ein, die „Gedankenverbrechen“ verfolgte. Ob Orwell dabei an die japanische Gedankenpolizei gedacht hat, die ab 1911 die Aufgabe hatte, „gefährliche Gedanken“ zu bekämpfen?

 

Der Vater Sophie Scholls wurde Anfang August 1942 wegen hitlerkritischer Äußerungen inhaftiert. Sophie Scholl stellte sich abends an die Gefängnismauer und spielte ihrem dort einsitzenden Vater auf der Flöte die Melodie vor.

 

Am 9. September 1948, auf dem Höhepunkt der Berliner Blockade, hielt Ernst Reuter vor über 300.000 Berlinern vor der Ruine des Reichstagsgebäudes seine Rede, in der er an „die Völker der Welt“ appellierte, die Stadt nicht preiszugeben. Nach dieser Rede erklang spontan aus der Menge u. a. das Lied Die Gedanken sind frei. Auch in der tagespolitischen Auseinandersetzung gegen staatliche Überwachung und Restriktion wird das Lied häufig gesungen

 

Um 1780 wurde der Text zum ersten Mal auf Flugblättern veröffentlicht. Im Zeitraum zwischen 1810 und 1820 entstand die Melodie dazu, und das Lied wurde in der Sammlung Lieder der Brienzer Mädchen in Bern gedruckt. Im Jahr 1842 wurde das Lied in Schlesische Volkslieder von Hoffmann von Fallersleben und Ernst Richter veröffentlicht, diese letzte Version stammt von Hoffmann von Fallersleben. Die grundlegende Philosophie ist bereits aus der Antike bekannt. Das Kernmotiv des späteren Liedtextes findet sich schon im 13. Jahrhundert unter anderem bei Freidank (Bescheidenheit, 1229)