Aktuell Hier wird notiert, was gerade so passiert - mich aktuell beschäftigt.

Deutschland und seine Religionen

Der Islam fällt besonders auf

 

 

 

Zum ISLAM

Eine unangemessene,

aktuell geführte Diskussion

 

Der Islam gehört zu Deutschland. – Gehört der Islam zu Deutschland?

Eine Feststellung, die man so nicht formulieren darf

und eine Frage, die so nicht gestellt werden kann.

 

Zu Deutschland als Staat gehört Land, Volk, eine Rechtsordnung und einiges mehr. Eine Religion wie den Islam braucht Deutschland nicht, aber auch nicht z. B. das Christentum oder Judentum; keine Religion gehört zu Deutschland als Staat. Deutschland als Staat definiert sich nicht über Religionen, sondern u. a. über das Grundgesetz.

Aber Religionen sind ein wesentlicher Bestandteil der Lebenswelt vieler Menschen und darum reguliert der Staat diesen Bereich.

In Artikel 4 GG gewährt der Staat die freie Religionsausübung, und zwar jede:

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

 

 

 

 

Eine Differenzierung religiöser Bekenntnisse findet nicht statt. Auch auf Artikel 2 GG darf in diesem Zusammenhang verwiesen werden:

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

Artikel 140 GG definiert dann unter Bezug auf die Weimarer Verfassung, dass es keine Staatskirche gibt:

Die Bestimmungen der Artikel 136, 137, 138, 139 und 141 der deutschen Verfassung vom 11. August 1919 sind Bestandteil dieses Grundgesetzes.

Der Staat Deutschland lebt gut – gemäß Verfassung – ohne den Islam; aber auch ohne alle anderen Religionen. Die Religionsausübung oder eben keine Religionsausübung ist Privatsache und ordnet sich eindeutig unter die Rechtsordnung des Staates. Staatsorgane sollten sich also zu der Frage, welche Religion zu Deutschland gehört, gar nicht äußern, sondern wissen, dass es die Artikel 2, 4 und 140 des Grundgesetzes gibt und es damit bewenden sein lassen.

 

Wichtiger wäre es, die Staatsorgane würden sich der grundgesetzlich gewollten Laizität annehmen und die staatlichen Aktivitäten außer dem Schutz der Religionsgemeinschaften vollständig einstellen. Damit würden alle Religionsgemeinschaften einen gleichrangigen Status erhalten.

 

 

 

 

 Eine solche Neutralität ist im Interesse der Gläubigen aller Religionsgemeinschaften und der Atheisten dringend zu fordern und umzusetzen.

 

Welche Religion zu Deutschland gehöre, würde niemand mehr diskutieren wollen. Wenn eine Religionsgemeinschaft aber glaubt, außerhalb der Privatsphäre im öffentlichen, gesellschaftspolitischen Raum mit ihren besonderen Vorstellungen agieren und sich vordrängen zu müssen, wären die Voraussetzungen für die politischen Organe leicht gegeben, einen solchen Anspruch zurück zu weisen. Das lässt sich auch sehr deutlich aus dem Artikel 2 herauslesen, der neben dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit auch die Pflicht zur Toleranz bestimmt: Ein Verstoß „gegen die verfassungsmäßige Ordnung“ wird nicht geduldet.

 

 

 

 

 

Ausgehend von solchen Überlegungen könnten die hitzigen Diskussionen über das Verständnis des Islams vieler Immigranten in ruhigere Bahnen gelenkt werden. Christen müssen eben auch einen Schritt zurücktreten. Die oft zitierten sogenannten „westlichen Werte“ sind eben nicht originär „westlich / christlich / jüdisch“, sondern eher humanistisches Erbe der Menschheit. Und bei etwas Geschichtsbewusstsein sollte man sich im Westen der Vergangenheit wegen ruhig öffentlich schämen.

 

An den ganz großen Werten Freiheit und Toleranz orientiert ist die Diskussion mit denen zu führen, die meinen, an diesen Werten Abstriche machen zu können und zu wollen. Und das sind nicht nur einige Muslime.

Immer noch aktuell zur Frage des Wertes von Religionen ist die Diskussion aus dem Nachtstudio des ZDF

Volker Panzer mit Michael Schmidt-Salomon, Hendrik M. Broder, Petra Bahr und Manfred Lütz

 

Ist Gott nur eine Wahnvorstellung?

 

Wenn dazu diskutiert wird, gilt vielleicht folgende Ausgangslage der Diskussionsbasis:

Was ist der Unterschied zwischen Naturwissenschaft, Philosophie und Religion? Naturwissenschaft ist die Suche nach einer schwarzen Katze in einem dunklen Tunnel. Philosophie ist die Suche nach einer schwarzen Katze in einem dunklen Tunnel, die nicht da ist. Religion ist die Suche nach einer schwarzen Katze in einem dunklen Tunnel, die nicht da ist, und plötzlich ruft jemand: "Ich habe sie!"