Einige Informationen zu dem aktuellen Lesebuch:

 

 

Verlagstext:

 

Gernot und Hartmut Böhme entwerfen eine Kritik der Vernunft aus der Sicht des "Anderen", die den sozio- und psychogenetischen Konstitutionszusammenhang aufweist, der das Denken der Aufklärung bestimmt. "Das Andere der Vernunft" ist all das, was sich die Vernunft nicht hat aneignen können: das Irrationale, das Alogische, die Natur, der menschliche Leib, die Phantasie und die Gefühle. Das Andere der Vernunft stellt sich als Metakritik der Kantischen Theorie dar und postuliert eine neue Philosophie, die vernunftkritisch das Andere nicht mehr ausgrenzt, sondern integriert.

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Eine Philosophie nach Freud muss sich zu einer Anerkenntnis des Anderen der Vernunft durcharbeiten. Diese Arbeit an Kant zu leisten bietet sich an. Kant gilt als paradigmatische Figur, als Vollender der deutschen Aufklärung. Und Kant ist der Philosoph, der heute in allen Lagern und Schulen die gleiche Achtung genießt. Das Buch der Brüder Böhme schildert den sozio- und psychogenetischen Konstitutionszusammenhang, der das Denken der Aufklärung bestimmt.

Gernot Böhme

Hartmut Böhme

 

 

Aus Wikipedia:

 

Gernot Böhme (* 3. Januar 1937 in Dessau; † 20. Januar 2022[1]) war ein deutscher Philosoph.

 

Böhme war Professor für Philosophie an der TU Darmstadt und trat vor allem mit seinen Arbeiten zur Ästhetik, Natur-, Leib- und Technikphilosophie sowie mit seiner Auffassung von praktischer Philosophie als Kompetenz zur Lebensbewältigung hervor. Mit zahlreichen Veröffentlichungen zu Platon, Immanuel Kant und Johann Wolfgang von Goethe sowie mit Interviews und Beiträgen für Zeitungen und Magazine wurde er auch über die Fachkreise hinaus bekannt. Böhme plädierte dafür, unter den Bedingungen der technischen Zivilisation die Humanität und die Natur zu bewahren und insbesondere auch die Leiblichkeit des Menschen zu achten.

Gernot Böhme – der Literatur- und Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme ist sein jüngerer Bruder – studierte Mathematik, Physik und Philosophie an der Universität Göttingen und der Universität Hamburg. 1966 wurde Böhme in Hamburg mit einer Arbeit Über die Zeitmodi promoviert.[2] Den Übergang von der Naturwissenschaft zur Philosophie verdankte er seinem Mentor Carl Friedrich von Weizsäcker, mit dem er in Hamburg und später in Starnberg eng zusammenarbeitete. Mit diesem teilte er das Interesse an Platon und Kant sowie die Skepsis gegenüber der Sekundärliteratur und die Grundauffassung, dass man einen Philosophen erst dann verstehen kann, wenn man dessen Wahrheitsanspruch erfasst.[3] Von 1965 bis 1969 war er wissenschaftlicher Assistent an der Universität Hamburg bei Weizsäcker und später an der Universität Heidelberg bei Georg Picht, einem Vetter Weizsäckers. Zwischen 1970 und 1977 folgte eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg. 1973 habilitierte sich Böhme mit einer Schrift über die Zeittheorie bei Platon, Aristoteles, Leibniz und Kant an der Philosophischen Fakultät der Universität München.[4]

1977 wurde Böhme Professor für Philosophie an der TU Darmstadt. Er übernahm zahlreiche internationale Gastprofessuren. Zu seinen Forschungsgebieten gehörten die Klassische Philosophie, insbesondere Platon und Kant, Wissenschaftsforschung, Theorie der Zeit, Naturphilosophie, Ästhetik, Ethik, technische Zivilisation, Philosophische Anthropologie und Goethe. Böhmes Forschungen zur Philosophie Platons zielten vor allem darauf ab, die jüngere philologische Platonforschung mit der Wissenschaftsgeschichte zusammenzuführen. Daraus erwuchs eine systematische Darstellung von Platons theoretischer Philosophie.[5] Sie legt zugleich dar, wie aus Diskussionen der platonischen Akademie die aristotelischen Kategorien entstanden sind. Böhmes Einführung in die Philosophie erschien in mehreren Auflagen im Suhrkamp Verlag.[6] Sein Werk Ethik im Kontext wurde auch ins Englische übersetzt.[7] Böhme war von 1997 bis 2001 Sprecher des Graduiertenkollegs Technisierung und Gesellschaft. Außerdem war er zeitweise Mitglied im Forschungsprojekt Wirtschaftskultur durch Kunst der Universität Witten/Herdecke. Seine Emeritierung erfolgte 2002. Ab 2005 war er Direktor des privaten Instituts für Praxis der Philosophie e. V. (IPPh) in Darmstadt.

 

Hartmut Böhme (* 5. Mai 1944 in Beeskow) ist ein deutscher Kultur- und Literaturwissenschaftler.

 

Hartmut Böhme, Bruder des Philosophen Gernot Böhme, studierte nach seinem Abitur 1963 in Bonn bis 1969 Germanistik, Philosophie, Theologie und Pädagogik. Danach war er als Referendar an Hamburger Schulen tätig. Ab 1971 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent bei Karl Ludwig Schneider (Literaturwissenschaft) an der Universität Hamburg. 1973 wurde er dort zum Dr. phil. promoviert. 1988 habilitierte er sich für Kultur- und Literaturgeschichte an der Universität Bremen. Von 1977 bis 1993 war er Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg. Seit 1993 forscht und lehrt er als Professor für Kulturtheorie und Mentalitätsgeschichte am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2005 ist er dort Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereiches Transformationen der Antike.[1] Er war Gastprofessor an verschiedenen Universitäten in den USA und in Japan sowie Fellow am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie in Weimar und am kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Von 1985 bis 2012 war er Projektleiter verschiedener DFG-Projekte.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören: Kulturgeschichte seit der Antike; Kulturtheorie; Literaturgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts; Natur- und Technikgeschichte in den Überschneidungsfeldern von Philosophie, Kunst und Literatur; historische Anthropologie und Psychohistorie; Theorie und Geschichte des Fetischismus; Wissenschafts- und Bildgeschichte.